Stadtrat sichert Zukunft des Zuseums: BBBz-Initiative bringt wichtige Unterstützung auf den Weg

Der Stadtrat von Bautzen hat im Februar auf Initiative des Bürger Bündnis Bautzen (BBBz) beschlossen, das Zuseum weiterhin finanziell zu unterstützen. Mit rund 10.000 Euro wird insbesondere die Finanzierung einer geringfügigen Beschäftigung abgesichert, die für die organisatorische Arbeit des Vereins eine wichtige Rolle spielt.

Gerade zum jetzigen Zeitpunkt hat diese Unterstützung besondere Bedeutung. Das Zuseum befindet sich aktuell in einer Übergangsphase: Vereinsgründer Andreas Samuel übergibt die Verantwortung schrittweise an die nächste Generation, die die erfolgreiche Arbeit des Vereins weiterführen soll. Die finanzielle Unterstützung hilft dabei, in dieser Phase Stabilität zu sichern und die vielfältigen Angebote für Kinder und Jugendliche fortzuführen.

Technikbegeisterung für junge Menschen fördern

Das Zuseum ist seit vielen Jahren eine wichtige Adresse für technische Bildung in Bautzen. Hier können Kinder und Jugendliche praktische Erfahrungen in Bereichen wie Informatik, Elektronik, Robotik oder Modelltechnik sammeln und eigene Projekte umsetzen. Viele junge Menschen entdecken dort erstmals ihre Begeisterung für Technik und naturwissenschaftliche Themen.

Mit der Unterstützung des Stadtrates wird diese wichtige Arbeit weiterhin ermöglicht und abgesichert.

Langjähriges Engagement für das Zuseum

Die Unterstützung des Zuseums hat in Bautzen eine lange Tradition. So engagiert sich auch BBBz-Fraktionsvize Jörg Drews bereits seit Jahren über seine Firma Hentschke Bau als Sponsor für den Verein und dessen Bildungsarbeit.

Für das Bürger Bündnis Bautzen ist die Förderung des Zuseums ein gutes Beispiel dafür, wie gezielte Unterstützung einen echten Mehrwert für die Stadt schaffen kann. Investitionen in Bildung, Nachwuchsförderung und ehrenamtliches Engagement kommen langfristig der gesamten Stadtgesellschaft zugute.

Mehr Schein als Sein: BBBz kritisiert CDU-Anträge zu bereits laufenden Projekten

Die CDU-Fraktion hat in der letzten Stadtratssitzung erneut versucht, Anträge zu Projekten einzubringen, die von der Stadtverwaltung bereits seit Monaten vorbereitet und erarbeitet werden und sich teilweise kurz vor der Beschlussreife befinden. Aus Sicht des Bürger Bündnis Bautzen ist dieses Vorgehen zunehmend problematisch, weil dadurch der Eindruck entsteht, es handle sich um neue politische Initiativen, obwohl die inhaltliche Arbeit längst innerhalb der Verwaltung geleistet wurde.

So brachte die CDU zuletzt einen Antrag zur Erarbeitung eines Konzepts zur Weiterentwicklung der Stadtbibliothek ein. Grundsätzlich ist die Weiterentwicklung der Bibliothek selbstverständlich ein wichtiges Anliegen. Allerdings hatte die Leiterin der Stadtbibliothek bereits in der Januarsitzung des Stadtrates ausführlich über genau dieses Thema berichtet und dabei deutlich gemacht, dass seit längerer Zeit an einem entsprechenden Konzept gearbeitet wird.

Ähnlich verhält es sich beim Antrag der CDU zur Einführung eines interaktiven webbasierten Haushaltsportals. Auch dieses Vorhaben wird bereits seit Monaten im zuständigen Amt vorbereitet. Es fanden bereits Gespräche mit anderen Kommunen statt, die entsprechende Lösungen nutzen, und die notwendige Software wurde ebenfalls schon angeschafft. Verzögerungen gibt es derzeit lediglich aufgrund technischer Herausforderungen bei der Integration der neuen Software in bestehende Systeme. Aus diesem Grund konnte bislang noch keine Beschlussvorlage eingebracht werden.

Bekanntes Muster aus der Vergangenheit

Dieses Vorgehen ist allerdings nicht neu. Bereits in der Vergangenheit wurden Projekte wie die Hundewiese im Gesundbrunnen, die Anschaffung einer neuen Krippe für den Weihnachtsmarkt oder die Sanierung der Ufermauer an der Neuschen Promenade von der CDU öffentlich als eigene Ideen dargestellt. Tatsächlich wurden all diese Vorhaben jedoch bereits deutlich vor Eingang entsprechender CDU-Anträge innerhalb der Verwaltung geplant und vorbereitet. Auch ohne diese Anträge wären die Projekte zeitnah umgesetzt worden.

Zusätzliche Belastung für Verwaltung und Stadtrat

Aus Sicht des Bürger Bündnis Bautzen stellt sich daher die Frage, welches Ziel mit dieser Strategie verfolgt wird. Offensichtlich soll über entsprechende Medienberichte der Eindruck entstehen, die Verwaltung arbeite nicht ausreichend aktiv, während die CDU neue Ideen einbringe und deren Umsetzung anstoße. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Tatsächlich führt die große Zahl an Anträgen zu zusätzlicher Arbeit innerhalb der Verwaltung und im Stadtrat. Jeder Antrag muss geprüft, fachlich aufbereitet und für die Beratung im Stadtrat vorbereitet werden. Darüber hinaus ist die Verwaltung verpflichtet, zu jedem Antrag eine Stellungnahme zu erarbeiten. Diese zusätzlichen Aufgaben binden personelle Ressourcen, die an anderer Stelle dringend benötigt werden.

Raum für echte Ideen statt politischer Inszenierung

Nicht nur die Stadträte des Bürger Bündnis Bautzen haben dieses Vorgehen erkannt. Die entsprechenden Anträge wurden im Stadtrat daher mehrheitlich abgelehnt. Damit wird der Verwaltung die notwendige Zeit eingeräumt, die bereits laufenden Projekte weiter voranzubringen und zur Umsetzungsreife zu führen.

Das Bürger Bündnis Bautzen hofft zugleich auf ein Umdenken innerhalb der CDU-Fraktion. Ein politischer Stil, der vor allem auf die mediale Inszenierung bereits laufender Projekte abzielt, hilft der Stadt nicht weiter. Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, gemeinsam tragfähige Lösungen für Bautzen zu entwickeln.

Selbstverständlich ist das Bürger Bündnis Bautzen jederzeit bereit, sich mit neuen Ideen – auch aus den Reihen der CDU – konstruktiv auseinanderzusetzen. Wenn Vorschläge die Stadt wirklich voranbringen und einen konkreten Mehrwert für Bautzen schaffen, werden sie selbstverständlich unterstützt. Dabei muss jedoch stets auch die aktuelle Haushaltslage berücksichtigt werden. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt sind derzeit keine kostspieligen Wunschprojekte möglich, sondern vor allem realistische und verantwortungsvolle Entscheidungen gefragt.

Stellungnahme zur Diskussion um die Jugendsozialarbeiterstelle im Gesundbrunnen

Im Zuge der Beratungen zum neuen Haushalt der Stadt ist es zu einer öffentlichen Diskussion über die Streichung der neu geschaffenen Jugendsozialarbeiterstelle im Bereich Gesundbrunnen gekommen. Die vorgebrachte Kritik nehmen wir ernst und möchten die Hintergründe dieser Entscheidung transparent darstellen.

Die Anregung zur Streichung der Stelle ging von uns, dem BBBz, im Rahmen der Haushaltsverhandlungen aus. Der Stadtrat hat sich anschließend intensiv mit diesem Vorschlag auseinandergesetzt und ihn vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage sowie der inhaltlichen Ausrichtung der Stelle abgewogen.

Zunächst ist festzuhalten, dass die bestehenden und seit vielen Jahren bewährten Strukturen der Jugendsozialarbeit in der Stadt von dieser Entscheidung nicht betroffen sind. Die Arbeit der Streetworker von „Pro Chance“, die seit Langem im Stadtgebiet tätig sind, wird weiterhin verlässlich durch die Stadt finanziert. Ihre Bedeutung für die Stadtgesellschaft ist unstrittig und wird von uns ausdrücklich anerkannt.

Anders verhält es sich bei der erst vor wenigen Monaten geschaffenen zusätzlichen Stelle im Gesundbrunnen. Diese wurde gegenüber dem Stadtrat maßgeblich mit einem angenommenen Kriminalitätsschwerpunkt rund um die Skaterbahn begründet. Aus unserer Sicht kann und soll es jedoch nicht Aufgabe von Jugendsozialarbeitern sein, Jugend-, Banden- oder Drogenkriminalität zu bekämpfen. Diese Aufgaben fallen in den Zuständigkeitsbereich der Polizei. Jugendsozialarbeit leistet wichtige präventive und unterstützende Arbeit, darf jedoch nicht als Ersatz für ordnungspolitische Maßnahmen verstanden werden.

Hinzu kommt, dass der Landkreis als eigentlicher Träger der Jugendsozialarbeit sich bereits vor Jahren aus der Stadt Bautzen zurückgezogen hat. Die Stadt ist dennoch ihrer Verantwortung nachgekommen und hat vor rund einem Jahrzehnt eigene Stellen geschaffen, die bis heute kontinuierlich und verlässlich finanziert werden. Dieses Engagement zeigt deutlich, dass Jugendsozialarbeit für die Stadt einen hohen Stellenwert besitzt.

Gleichzeitig tragen wir als Stadträte Verantwortung für das gesamte Aufgabenspektrum der Stadt. Jugend und Soziales sind dabei wichtige Themen, stehen jedoch neben zahlreichen weiteren Pflicht- und freiwilligen Aufgaben. Der aktuelle Haushalt weist ein Defizit von 13,7 Millionen Euro aus. Vor diesem Hintergrund sind wir gezwungen, Prioritäten zu setzen und können nicht alle zusätzlichen Wünsche und Forderungen umsetzen, auch wenn diese aus fachlicher Sicht nachvollziehbar sind.

Unser zentrales Ziel ist es, die bestehenden freiwilligen Leistungen der Stadt langfristig zu sichern. Würden heute zusätzliche dauerhafte Ausgaben beschlossen, bestünde die Gefahr, dass in naher Zukunft sämtliche freiwilligen Leistungen – darunter Vereinsförderung, soziale Projekte, Stadtfeste und auch die Jugendsozialarbeit – grundsätzlich zur Disposition gestellt werden müssten. Dies gilt es zu vermeiden.

Darüber hinaus sind wir der Auffassung, dass soziale Brennpunkte nicht allein durch zusätzliche Stellen in der Jugendsozialarbeit bearbeitet werden können. Auch Vereine, Initiativen und andere Akteure in den Stadtteilen sind gefordert, Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen und weiterzuentwickeln. Die gezielte Förderung solcher Strukturen sehen wir als wichtigen ergänzenden Ansatz.

Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung nicht von allen geteilt wird. Sie beruht jedoch auf einer verantwortungsvollen Gesamtabwägung der finanziellen Möglichkeiten, der Zuständigkeiten sowie der Verantwortung gegenüber der gesamten Stadtgesellschaft.

Steffen Tech: Rede zum Haushalt 2026

Ende Januar wird traditionell im Stadtrat intensiv über den Haushalt gesprochen. Steffen Tech, Vereins- und Fraktionsvorsitzender des BBBz, positionierte sich in seiner Haushaltsrede klar zu den wichtigsten Kernpunkten.


“13,7 Millionen Minus – das ist nach -5,7 Millionen in 2023, -9,5 Millionen in 2024 und -10 Millionen in 2025 ein neues Rekorddefizit. Seit Jahren reden wir über Einsparungen, Konsolidierung, wir haben in der Vergangenheit Gewerbe- und Grundsteuern sowie Gebühren erhöht. Trotzdem bekommen wir es nicht hin, einen wenigstens annähernd ausgeglichenen und ehrlichen Haushalt aufzustellen. Zum Teil ist dieses Defizit der seit Jahren unzureichenden Finanzausstattung der Kommunen durch den Freistaat geschuldet. Trotzdem leben wir seit Jahren über unsere Verhältnisse!

Meine Fraktion hat bereits Anfang 2025 Sparvorschläge unterbreitet, die heute zur Abstimmung standen und mehrheitlich durch den Stadtrat mitgetragen wurden. Dabei haben wir uns bewusst auf die Leistungen konzentriert, die nicht in unserer Zuständigkeit liegen (Jugendsozialarbeit). Wir haben versucht, deutlich zu machen, dass wir auch für die Freiwilligkeitsleistungen nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben, die wir gerecht verteilen müssen. Leider haben nicht alle Stadträte diesen Ansatz verstanden.

Während wir den einen Trägern bereitwillig jedes Jahr die Betriebskosten erstatten und Zuschüsse erhöhen, bleiben andere Unterstützungsleistungen, beispielsweise für Stadtfeste, Sportförderung oder andere gemeinnützige Vereine, über mehrere Jahre bestenfalls konstant und werden nur auf ausdrücklichen Wunsch des Stadtrates angepasst. Manchmal erfolgt auch das zu spät, dann liegt das Kind bereits im Brunnen, wie wir vor wenigen Monaten am Beispiel der Romantika sehen konnten.

Ehrenamtliche Arbeit wird insgesamt immer schwieriger und komplizierter, viele für Bautzen wichtige Vereine klagen über zurückgehende Sponsorengelder, steigende Betriebskosten und zunehmende Bürokratie. Wer die Vereinslandschaft in Bautzen im Blick hat, dem sollte bekannt sein, dass mehrere Vereine über ihre Auflösung nachdenken. Und ich spreche von wichtigen Vereinen, die Monat für Monat mit ihren Angeboten viele hundert Bautzner erreichen. Wir werden uns im laufenden Jahr auch damit auseinandersetzen müssen, wie wir diese Vereine unterstützen und so erhalten können, weil ihre Arbeit wichtig für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft ist. Statt zwei Tage Publicity mit einem eher unbekannten Radsportereignis zu erkaufen, könnte man mit 400.000 Euro über viele Jahre unsere Stadtfeste sowie Vereine unterstützen.

Allen Verantwortungsträgern in der Verwaltung und im Stadtrat muss klar sein: Es kann kein „Weiter so“ geben. Wir „verfrühstücken“ gerade unseren Notgroschen. Das, was wir mühsam erreicht haben, nämlich einen schuldenfreien Haushalt und eine Rücklage für unvorhersehbare Ereignisse und Notlagen, riskieren wir gerade. Aus unserer Sicht setzt der Haushalt falsche Prioritäten.

Wir diskutieren seit Jahren darüber, wie wir den Bevölkerungsrückgang stoppen können, haben bisher keine Lösung gefunden (Einwohnerzahl 1989/90 ca. 52.000; Einwohnerzahl aktuell unter 38.000 trotz zahlreicher Eingemeindungen). Aktuell reden wir über den Personalbedarf in KiTas aufgrund der stetig sinkenden Geburtenraten. In drei bis vier Jahren werden wir über unsere Schulen reden müssen, weil die Kinder, die heute in den Kitas fehlen, morgen nicht in die Schule gehen werden. Nicht der vierte, fünfte oder zehnte Sozialarbeiter oder eine Fahrbücherei halten die Menschen in der Stadt, wirtschaftliche Entwicklung – Arbeitsplätze – sind das wichtigste Argument für den Verbleib oder den Zuzug in unsere Stadt. Nur wer vor Ort einen Job hat, bleibt hier und denkt an die Gründung einer Familie. Wenn wir das nicht begreifen, werden wir in der Zukunft noch ganz andere schmerzhafte Debatten führen müssen.

Deshalb ist Wirtschaftsförderung für uns das Wichtigste in der aktuellen Situation, das kommt uns im vorgelegten Haushalt zu kurz. Sachsen hat im letzten Jahr 15.000 Arbeitsplätze verloren. Wenn man bedenkt, dass in den großen Ballungsräumen Jobs entstehen, kann man sich ausrechnen, dass es uns in der Fläche umso härter trifft. Trauriges Beispiel ist aktuell ein großer Traditionsbetrieb unserer Stadt.

Wenn man die 13,7 Mio. Euro Minus im Haushalt damit begründen könnte, dass wir in Größenordnungen Flächen aufkaufen und entwickeln, würden wir dem Haushalt mit Freuden zustimmen. Leider ist dem nicht so.

Die Hoffnung, dass Menschen, die im Norden von Dresden zukünftig arbeiten werden, in Bautzen wohnen wollen, wird sich nicht erfüllen. Als Pendler weiß ich, wovon ich rede. Das tun sich die Wenigsten auf Dauer an. Vielmehr muss es unser Ziel sein, schnell geeignete Gewerbeflächen auszuweisen, um Zulieferer für die Dresdner Chipindustrie nach Bautzen zu bekommen. Nur wenn wir genügend Flächen anbieten können, profitieren wir von den Ansiedlungen in der Landeshauptstadt und haben eine Steuerungsmöglichkeit, um Konflikte mit Anwohnern – wie zuletzt in Stiebitz – zu vermeiden.

Aber auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Bautzen und muss durch gezielte Investitionen gefördert werden. Ein sanierter Burgwasserturm mit Turmcafé wäre ein neues Highlight für unsere Stadt, im anschließenden Langhaus können wechselnde Ausstellungen mit Exponaten aus unserem umfangreichen Museumsarchiv Touristen nach Bautzen locken. Die Parkplatz­erweiterung an der Schliebenstraße in Verbindung mit einer schnellen und bequemen Zuwegung zur Ortenburg würde unsere Altstadt enorm aufwerten. Dadurch würden Handel und Gastronomie, aber auch die Bauwirtschaft profitieren. All diese Maßnahmen würden Arbeitsplätze in Bautzen sichern und neue schaffen. Nur so stoppen wir den Bevölkerungsrückgang.

Ja, man findet einen Teil der genannten Maßnahmen in Ansätzen im aktuellen Haushalt bzw. der Mittelfristplanung, leider werden diese Punkte nicht mit der aus unserer Sicht notwendigen Priorität behandelt bzw. falsch angepackt. Das Gewerbegebiet Süd zum Beispiel wurde von uns unter Ahrens ins Spiel gebracht, sogar schon grob überplant und visualisiert. Die Verwaltung hat es aufgegriffen und arbeitet daran, dafür danken wir. Es kann aber nur funktionieren, wenn zwei Rahmenbedingungen erfüllt sind – die Südumfahrung und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden – Bautzen – Görlitz. Und hier muss die Rathausspitze ansetzen und den Entscheidungsträgern in Dresden und Berlin, um es deutsch zu sagen, „aufs Schwein“ gehen. Es kann nicht sein, dass man in den Nachrichten lesen muss, dass durch das Land Sachsen vergessen wurde, die Elektrifizierung der Bahnstrecke im Bundesverkehrswegeplan anzumelden. Hier müssen wir zusammen mit allen Gemeinden in Ostsachsen dem Ministerpräsidenten auf den Füßen stehen und immer wieder nerven. Bautzen muss dabei eine führende Rolle übernehmen. Hier sehen wir noch Luft nach oben.

Wirtschaftsförderung heißt aber auch, bürokratische Hürden abzubauen. Als Beispiel sei hier die Sondernutzungssatzung genannt. Ja, sie hat eine Steuerungsfunktion, wir nehmen als Stadt dadurch Geld ein. Wir haben aber auch hohe Verwaltungskosten, die Satzung hemmt vor allem Gastronomie und Handel. Sie sorgt immer wieder für Streit und Widersprüche. 60 Cent hierfür und 1,20 Euro dafür, obendrauf Gebühren für den Bescheid. Solche Regeln gehören auf den Prüfstand, eine Überarbeitung ist aus unserer Sicht geboten.

Den Stellenplan will ich nur am Rande erwähnen, unsere Kritik haben wir mehrfach vorgetragen und halten sie aufrecht. Sinkende Bevölkerungszahlen müssen mittelfristig und sozialverträglich zur Anpassung in der Kernverwaltung führen. Die entsprechende Verwaltungsvorschrift ist eine legitime Richtschnur. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass der Stellenplan seit 2024 rechtswidrig ist, weil er einen gültigen Stadtratsbeschluss missachtet. Wir erinnern in diesem Zusammenhang den Oberbürgermeister auch an den Stadtratsbeschluss vom 26. September 2018 (!) zur Untersuchung der Organisationsstruktur, dieser ist nach wie vor offen. Wir bitten diesbezüglich um Informationen zum Stand der Umsetzung im ersten Halbjahr 2026.

Aufgrund der aufgeführten Punkte, insbesondere der falsch gesetzten Prioritäten, kann die Fraktion Bürger Bündnis Bautzen dem Haushaltsplan 2026 nicht zustimmen. Wir betonen ausdrücklich, dass die Nichtzustimmung kein Affront gegen die Kämmerei oder die an der Erstellung beteiligten Mitarbeiter ist. Wir kritisieren vielmehr die Richtung, in die wir uns momentan als Stadt entwickeln.”

Lidl Deutschland Tour 2027 in Bautzen: Große Bühne oder falscher Fokus?

BBBz-Stadtrat Jörg Drews hat sich intensiv mit der Debatte rund um die Lidl Deutschland Tour beschäftigt, die für Bautzen angedacht ist: Die Lidl Deutschland Tour ist das bedeutendste mehrtägige Straßenradrennen Deutschlands. Jährlich führt sie internationale Profiteams durch wechselnde Regionen. Für Gastgeberstädte verspricht die Tour Aufmerksamkeit, starke Bilder und die Chance, sich bundesweit als sport- und tourismusaffiner Standort zu präsentieren. Auch Bautzen steht nun vor der Frage, ob und in welcher Form die Stadt 2027 Teil der Tour werden soll. Im Raum steht die Rolle als Etappenort – verbunden mit einem finanziellen Engagement der Stadt von bis zu 430.000 Euro.

Doch bei aller Strahlkraft eines solchen Events lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Es bleibt zunächst festzuhalten: Es handelt sich um ein zeitlich stark begrenztes Ereignis.

Dem gegenüber steht ein finanzieller Rahmen von bis zu 430.000 Euro, der aus städtischen Mitteln aufgebracht werden soll. Weitere oder andere Fördermittel können voraussichtlich nicht akquiriert werden. Gerade bei einer solchen Größenordnung ist es legitim zu fragen, welche konkrete und nachhaltige Wirkung dieser Einsatz tatsächlich entfaltet. Aus meiner Sicht braucht es hier zwingend Kostentransparenz seitens des Veranstalters.

Terminliche Rahmenbedingungen – Schuleingang und Hochsaison

Der avisierte Zeitraum der Lidl Deutschland Tour fällt zeitgleich mit dem Schuleingang in Sachsen. Dieses Wochenende ist für viele Familien langfristig verplant.

Damit handelt es sich um ein ohnehin hoch ausgelastetes Wochenende für Hotellerie und Gastronomie. Zusätzliche Übernachtungseffekte sind daher nur eingeschränkt realistisch.

Lachs und Kaviar – aber wo bleibt das tägliche Brot?

Während für ein einzelnes Großevent erhebliche Mittel mobilisiert werden sollen, kämpfen viele lokale Sport- und Kulturveranstaltungen seit Jahren ums Überleben.

Der Stadtlauf, der Firmenlauf oder auch kulturelle Formate wie die Romantica ächzen unter steigenden Auflagen, hohen Sicherheitsanforderungen und schwindendem ehrenamtlichem Engagement. Straßensperrungen sind dabei regelmäßig ein zentrales Problem – schwer umsetzbar, kostenintensiv und oft nur mit großem organisatorischem Aufwand realisierbar.

Warum soll das, was bei eigenen Veranstaltungen kaum leistbar erscheint, nun bei einem externen Großevent plötzlich problemlos möglich sein?

Das lässt sich kaum anders beschreiben als so: Wir gönnen uns einmalig Lachs und Kaviar – vergessen dabei aber das tägliche Butter- und Brotgeschäft.

Fehlender Bezug zum lokalen Vereinssport

Besorgniserregend ist zudem der Eindruck, dass der direkte Bezug zum lokalen Vereinssport in Teilen der politischen Diskussion verloren gegangen ist. Als sich drei Vereine zur Initiative Sportstadt Bautzen zusammengeschlossen und die Stadtratsfraktionen zu Gesprächen eingeladen hatten, waren nicht einmal alle Fraktionen vertreten – exemplarisch sei hier die SNB-Fraktion genannt.

Gleichzeitig wird nun eine Förderung in erheblicher Höhe für ein extern organisiertes Event diskutiert. Für viele Ehrenamtliche, die sich täglich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene engagieren, ist diese Diskrepanz schwer nachvollziehbar.

Besonders deutlich wird diese Schieflage beim Blick auf die städtische Sportförderung: Erst vor Kurzem wurde diese für alle Sportvereine gemeinsam von 60.000 Euro auf 90.000 Euro erhöht – verbunden mit einer intensiven politischen Debatte über die Notwendigkeit.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Bereitschaft, für ein einmaliges Event ein Vielfaches dieser Summe bereitzustellen, zumindest erklärungsbedürftig. Hier geraten Maßstäbe ins Wanken.

Ein starkes Bild – mit Fragezeichen

Unbestritten: Ein möglicher Zieleinlauf über die Friedensbrücke mit der Altstadtkulisse wäre ein starkes, identitätsstiftendes Bild für Bautzen. Gleichzeitig steht jedoch im Raum, dass die Friedensbrücke genau in diesem Zeitraum von Baumaßnahmen betroffen sein könnte.

Einmaliges Event versus dauerhafte Wirkung – ein unternehmerischer Blick

Mein Unternehmen, die Hentschke Bau GmbH, unterstützt den Sport in Bautzen und darüber hinaus seit vielen Jahren konsequent, substanziell und langfristig. Dieses Engagement erfolgt nicht punktuell, sondern strukturell.

Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass in sozialen Medien bereits Forderungen laut wurden, Hentschke solle sich auch an der Finanzierung der Lidl Deutschland Tour beteiligen. Hier muss klar gesagt werden: Auch Unternehmen müssen das Geld erst verdienen, das sie ausgeben.

Ein einmaliges Event erzeugt – selbst bei guter medialer Begleitung – allenfalls kurzfristige Effekte. Sportvereine hingegen leisten dauerhafte Arbeit für die Stadtgesellschaft. Sie sind sozialer Kitt, Integrationsmotor, Gesundheitsförderer und ein unverzichtbarer Bestandteil des Gemeinwesens.

Sponsoring ist kein Selbstläufer – sondern ein Nullsummenspiel

Sponsoringbudgets sind endlich. Wenn regionale Unternehmen als Sponsoren für ein Großevent gewonnen werden, steht dieses Geld anderen Vereinen nicht mehr zur Verfügung.

Aus eigener Erfahrung – unter anderem aus der Zeit als Präsident von Budissa – weiß ich, wie schwierig es ist, Sponsoren für das laufende Vereinsgeschäft zu gewinnen. Jeder Euro wird mehrfach umgedreht. Wenn nun ein Event mit großer Strahlkraft dieselben Sponsoren bindet, entzieht man dem Ehrenamt die wirtschaftliche Grundlage. Wir nehmen damit jenen die Luft zum Atmen, die unsere Stadt tagtäglich tragen.

Keine Fundamentalkritik – sondern ein Appell zur Balance

Diese Einwände richten sich nicht grundsätzlich gegen die Lidl Deutschland Tour oder gegen überregionales Marketing. Sie sind ein Appell zu Verhältnismäßigkeit, Prioritätensetzung und Respekt vor der Basis. Wer das Fundament aus Vereinen, Ehrenamt und lokaler Kultur schwächt, kann auf Dauer auch keine Leuchttürme tragen.

Wie sehen Sie das?

Ist ein hoher sechsstelliger Betrag für eine einmalige Etappenstation oder einen möglichen Tageszieleinlauf gut investiertes Geld – oder sollten wir zunächst das stärken, was unsere Stadt dauerhaft zusammenhält?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung über das Kontaktformular oder per E-Mail. Ihre Einschätzungen nehmen wir gern in unsere politische Arbeit mit auf.

Weihnachten – Zeit für Zusammenhalt und Zuversicht in Bautzen

Rückblick und Dank zum Jahresende

Weihnachten ist eine Zeit der Besinnung, des Innehaltens und des Miteinanders. Gerade am Ende eines ereignisreichen Jahres lädt uns diese Zeit dazu ein, zurückzublicken, Danke zu sagen und den Blick nach vorn zu richten.

Bautzen ist eine Stadt mit Geschichte, mit starken Traditionen und vor allem mit engagierten Menschen, die Verantwortung übernehmen – in Vereinen, im Ehrenamt, in der Familie und im täglichen Miteinander. Dieses Engagement ist es, das unsere Stadt lebendig hält und auch in herausfordernden Zeiten Zusammenhalt schafft.

Als Bürger Bündnis Bautzen danken wir allen Bürgern, die sich einbringen, mitdenken, kritisch begleiten und unsere kommunale Arbeit unterstützen. Der offene Dialog, unterschiedliche Perspektiven und der gemeinsame Wille, Bautzen positiv zu gestalten, sind die Grundlage einer lebendigen Demokratie vor Ort.

Gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt

Weihnachten erinnert uns daran, dass gegenseitiger Respekt, Solidarität und Verantwortung füreinander keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern täglich gelebt werden müssen – in kleinen Gesten ebenso wie in großen Entscheidungen.

Gerade auf kommunaler Ebene zeigt sich, wie wichtig ein sachlicher Austausch, gegenseitiges Vertrauen und das gemeinsame Ringen um gute Lösungen sind. Als Bürger Bündnis Bautzen setzen wir uns weiterhin dafür ein, die Anliegen der Menschen ernst zu nehmen und Bautzen verantwortungsvoll und bürgernah mitzugestalten.

Wir wünschen allen Bautzenern ein friedliches Weihnachtsfest, Zeit für Familie und Freunde sowie Zuversicht und Gesundheit für das kommende Jahr. Lassen Sie uns auch weiterhin gemeinsam für ein starkes, lebenswertes und zukunftsorientiertes Bautzen eintreten.

Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

Gemeinsam für den Tierschutz in Bautzen

BBBz-Mitglieder sammeln Spenden für das Tierheim

Die Mitglieder des Bürger Bündnis Bautzen (BBBz) haben in den vergangenen Wochen mit großem Einsatz und Herzblut Spenden für das Tierheim in Bautzen gesammelt. Die Resonanz innerhalb des Bündnisses war beeindruckend: Zahlreiche Unterstützer beteiligten sich aktiv, sodass eine Spendensumme von 2.265,00 Euro zusammenkam. Ende letzter Woche konnte eine kleine Delegation des BBBz die Spenden stellvertretend persönlich an das Tierheim übergeben.

Mit der Spende wird die tägliche, oft herausfordernde Arbeit des Tierheim-Teams unterstützt, das sich mit großem Engagement um Tiere in Not kümmert – von der medizinischen Versorgung über die Pflege bis hin zur Vermittlung in ein neues, liebevolles Zuhause.

Hund Keks als bewegendes Beispiel

Ein besonderer Moment bei der Übergabe war die Begegnung mit Hund Keks. Er hatte in diesem Jahr ein schicksalhaftes Kapitel zu bewältigen und war dringend auf Operationen angewiesen. Dank des Einsatzes und der Kostenübernahme durch BBBz-Mitglied und Stadtrat Jörg Drews konnte einer der notwendigen Eingriffe erfolgreich durchgeführt werden. Heute hat sich Keks gut erholt und bereits ein neues Zuhause gefunden – ein schönes Beispiel dafür, was durch gemeinsames Engagement möglich wird.

Jede Spende hilft

Das Tierheim Bautzen ist dauerhaft auf Unterstützung angewiesen, um seine wichtige Arbeit fortsetzen zu können. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft dabei, Tieren in schwierigen Situationen eine Perspektive zu geben. Das Bürger Bündnis Bautzen ruft daher ausdrücklich dazu auf, das Tierheim weiterhin mit Spenden oder ehrenamtlichem Engagement zu unterstützen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Spendern sowie dem gesamten Team des Tierheims Bautzen für ihren unermüdlichen Einsatz im Sinne des Tierschutzes. Gemeinsam können wir viel bewegen.

Jörg Drews: Andeutungen sind keine Politik. Was erlaubt sich Herr Roschek?

Der Antrag zur Abwahl des Oberbürgermeisters hat eine wichtige, lebendige Debatte über die Zukunft unserer Stadt ausgelöst. Dabei geht es nicht um Lautstärke, sondern um Substanz – und genau hier stellt sich die Frage, wer wirklich zur Sache beiträgt und wer nur Aufmerksamkeit sucht. IT-Unternehmer und Ex-CDU-Bundestagskandidat Steffen Roschek nutzt die Diskussion vor allem für diffuse Andeutungen und unredliche Mutmaßungen. Warum solche „Nebelkerzen“ der politischen Kultur schaden – und weshalb echte Verantwortung mehr erfordert als Anspielungen – darum geht es im folgenden Text von Jörg Drews.


Der Antrag, den Oberbürgermeister abzuwählen, hat kontroverse Debatten ausgelöst. Das ist gut, und es ist Teil einer wertvollen, demokratischen Auseinandersetzung über die Zukunft der Stadt. Viele Fragen, Kommentare und Anmerkungen haben das Bürgerbündnis und mich erreicht. Viele davon waren sehr sachlich, andere weniger. Sachlichkeit war und ist dabei keine Frage von individueller Zustimmung oder Ablehnung, sondern ausschließlich Ausdruck dessen, ob jemand ernsthaftes Interesse an einem Thema hat oder ein ehrliches Informationsinteresse, oder aber, ob jemand nur nach Öffentlichkeit sucht und „Aufmerksamkeitspiraterie“ betreibt.

In die letzte Kategorie scheint Steffen Roschek zu fallen. Der IT-Unternehmer, der gerne vom Silicon Saxony träumt, und gescheiterte Bundestagskandidat der CDU hat sich in den letzten Tagen auffällig umtriebig in den sozialen Netzwerken gezeigt – und eben unseren Abwahlantrag kommentiert.

Den gesamten Text gibt es unter www.drews-bautzen.de mittels Klick auf diese Zeile.

Bürger Bündnis Bautzen beantragt Abwahlverfahren gegen Oberbürgermeister Karsten Vogt – Begründung wurde an den Stadtrat übersandt

Die Fraktion des Bürger Bündnis Bautzen e.V. hat im Stadtrat ein Abwahlverfahren gemäß § 51 Abs. 9 SächsGemO gegen den amtierenden Oberbürgermeister Karsten Vogt initiiert.

Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Nach reiflicher Überlegung, sorgfältiger juristischer Prüfung und intensiver Abwägung politischer wie moralischer Verantwortung sehen wir uns jedoch gezwungen, diesen Schritt zu gehen – im Sinne der Stadt Bautzen, ihrer Verwaltung und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

In unserer Begründung, die allen Mitgliedern des Stadtrates vorliegt, zeichnen sich strukturelle und andauernde Missstände ab, die eine gedeihliche Amtsausübung aus unserer Sicht unmöglich machen. Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Vordergrund:

  1. Verletzung der Verschwiegenheitspflicht und fehlende Amtsdisziplin: Die wiederholte Preisgabe vertraulicher Inhalte aus nichtöffentlichen Sitzungen sowie der öffentliche Umgang mit internen Personal- und Verwaltungsvorgängen haben zu einem massiven Vertrauensverlust geführt.
  2. Führungs- und Strukturkrise in der Stadtverwaltung: Die Arbeitsatmosphäre unter der derzeitigen Amtsführung ist geprägt von Unsicherheit, Desorganisation und einer beispiellosen Personalfluktuation in leitenden Positionen – ein Zustand, der das Funktionieren der Verwaltung substanziell beeinträchtigt.
  3. Fehlentscheidungen mit wirtschaftlichem Schaden: Eigenmächtige Entscheidungen in zentralen Haushaltsfragen ohne Einbindung des Stadtrates haben nicht nur gegen geltendes Kommunalrecht verstoßen, sondern der Stadt auch finanziell erheblich geschadet.
  4. Versäumte Zukunftschancen: In einer Zeit, in der Strukturwandel und Fördermöglichkeiten richtungsweisend für die Entwicklung unserer Stadt sein sollten, fehlt es an strategischer Führung, Projektumsetzung und verbindlicher Kommunikation.

Diese Gründe und weitere dokumentierte Vorgänge machen aus unserer Sicht eine Fortsetzung der Amtszeit nicht mehr tragbar. Der Schritt zur Abwahl ist kein politischer Affekt, sondern das Ergebnis einer langen Kette von Pflichtverletzungen, Führungsversagen und strategischer Orientierungslosigkeit. Er ist Ausdruck unseres Verantwortungsbewusstseins gegenüber der Stadt Bautzen.

Wir betonen: Es geht nicht um persönliche Anfeindungen. Es geht um den Erhalt einer funktionsfähigen, rechtsstaatlichen und dem Gemeinwohl verpflichteten Verwaltung. Die Stadt Bautzen braucht einen Neubeginn im Ton, im Stil und in der politischen Kultur.

Mitteilung zum Abwahlantrag gegen Oberbürgermeister Karsten Vogt

In den vergangenen Tagen wurde wiederholt öffentlich kritisiert, dass der vom Bürger Bündnis Bautzen e.V. (BBBz) initiierte Antrag zur Einleitung eines Abwahlverfahrens gegen Oberbürgermeister Karsten Vogt zunächst ohne eine öffentlich einsehbare Begründung eingebracht wurde. Diese Kritik nehmen wir ernst und möchten den Sachverhalt für die Öffentlichkeit transparent einordnen.

Tatsächlich liegt dem Antrag eine detaillierte, umfassende und rechtlich sorgfältig aufgearbeitete Begründung zugrunde. Die Entscheidung, diese bislang nicht zu veröffentlichen, wurde nicht leichtfertig getroffen. Sie erfolgte vor dem Hintergrund laufender juristischer Prüfungen sowie aus Rücksicht auf die noch ungeklärte Verfahrensweise zur mündlichen Begründung in der kommenden Stadtratssitzung. Bis heute liegt uns von Seiten der Verwaltung keine rechtsverbindliche Auskunft darüber vor, wie konkret die Behandlung des Antrags im Stadtrat vollzogen wird.

Die inhaltlichen Gründe für den Abwahlantrag sind vielschichtig und schwerwiegend. Sie betreffen unter anderem problematische Personalentscheidungen, wirtschaftlich nachteilige Einzelmaßnahmen sowie die Schaffung eines belastenden Arbeitsklimas innerhalb der Verwaltung.

Auch der jüngste Fall potenziellen Geheimnisverrats über Interviews in der Sächsischen Zeitung wirft weitere Fragen auf, die nicht unbeantwortet bleiben dürfen.

Ein Abwahlantrag ist kein politisches Instrument leichter Hand, er ist Ausdruck einer tiefgreifenden Vertrauenskrise gegenüber der Verwaltungsführung. In den letzten Monaten verdichteten sich Hinweise auf Missachtung demokratischer Prinzipien, schwerwiegende Verstöße gegen die Fürsorgepflicht gegenüber städtischen Beschäftigten sowie wirtschaftliche Entscheidungen, die der Stadt Bautzen konkret geschadet haben. Die Kita-Situation, Führungsausfälle, eine massive personelle Erosion sowie eine wachsende Kultur der Angst in der Verwaltung verdeutlichen den Ernst der Lage.

Das Bürger Bündnis Bautzen e.V. wird zu gegebener Zeit die Begründung vollständig offenlegen. Wir stehen für Transparenz, sachliche Auseinandersetzung und eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik – gerade auch dann, wenn unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen.

Besonders irritiert zeigt sich das Bürger Bündnis Bautzen e.V. über einzelne öffentliche Einlassungen, in denen der Abwahlantrag als „illegitim“, „rechtsmissbräuchlich“ oder gar als „Schikane“ bezeichnet wird. Solche Vorwürfe entbehren nicht nur jeder sachlichen und rechtlichen Grundlage, sie diffamieren auch das demokratische Mandat gewählter Stadträte und missachten die parlamentarischen Rechte innerhalb einer kommunalpolitischen Ordnung. Es handelt sich bei dem Antrag keineswegs um ein undemokratisches Manöver, sondern um ein verfassungsrechtlich vorgesehenes, klar geregeltes Instrument der kommunalen Selbstkontrolle, eingebettet in die Sächsische Gemeindeordnung und abgesichert durch hohe formale Hürden.

Gerade der gewählte Weg über den Stadtrat ist Ausdruck einer gelebten Basisdemokratie: Der Antrag wurde von Mitgliedern eingebracht, die direkt von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bautzen gewählt wurden – mit dem Auftrag, Schaden von der Stadt abzuwenden. Wer dieses Verfahren nun pauschal delegitimiert, greift nicht nur das Bürger Bündnis an, sondern diskreditiert auch die Rechte des gesamten Stadtrats. Dass im Umfeld, etwa in gesellschaftlich einflussreichen Kreisen, versucht wird, massiven Druck auf Mandatsträger des BBBz auszuüben, um diese von ihrem Gewissen und ihrer Verantwortung für Bautzen abzubringen, ist ein zutiefst bedenkliches Zeichen. Solche Einflussnahmen zeugen nicht von demokratischer Streitkultur, sondern von einem Klima der Einschüchterung, dem wir entschieden entgegentreten.

Wir danken der Bürgerschaft für das große Interesse an der politischen Entwicklung unserer Stadt und bitten um Verständnis für die aktuell noch zurückhaltende Kommunikation in juristisch sensiblen Fragen.