Arbeitsprojekt gescheitert – viele Versprechungen, am Ende leere Hände

Große Ankündigungen, krachendes Scheitern

Aus Sicht des Bürger Bündnis Bautzen (BBBz) ist die vorliegende Bilanz dieses Arbeitsprojektes ein politisches Armutszeugnis. Mit großem Anspruch gestartet, mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit begleitet – und am Ende bleibt nichts als ein Totalausfall. Die Realität ist ernüchternd: unregelmäßige Teilnahme, massenhafte Abbrüche und zuletzt nur noch eine einzige Person im Einsatz. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern ein klarer Beleg dafür, dass dieses Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Selbsterfüllende Prophezeiung einer falschen Politik

Wer Integration ohne klare Regeln, ohne Verbindlichkeit und ohne Leistungsanforderung organisiert, darf sich über ein solches Ergebnis nicht wundern. Integration ist kein Selbstläufer. Was hier passiert ist, gleicht einer selbsterfüllenden Prophezeiung: Viele Versprechungen, aber keine konsequente Umsetzung. Am Ende stehen leere Hände, weil grundlegende Prinzipien ignoriert wurden.

Fehlende Rahmenbedingungen – fehlender Wille

Dass es bereits an elementaren Dingen wie ausreichender Schutzkleidung scheitert, zeigt, wie wenig ernst dieses Projekt tatsächlich betrieben wurde. Wenn der Landkreis nicht bereit ist, notwendige Ausstattung zu finanzieren, und die Stadt dies akzeptiert, dann fehlt es ganz offensichtlich am politischen Willen, hier überhaupt tragfähige Strukturen zu schaffen. So kann kein Projekt funktionieren.

Realitätsverweigerung statt Problemlösung

Besonders irritierend sind die Ausreden aus den Reihen der CDU. Wenn Kollege Schilling ernsthaft darauf verweist, dass es jahreszeitlich bedingt zu wenig Aufgaben gegeben habe, dann ist das nichts anderes als Realitätsverweigerung. Bautzen hat genügend Aufgaben – jederzeit. Ob Winterdienst, Pflege öffentlicher Flächen oder unterstützende Tätigkeiten in kommunalen Bereichen: Arbeit ist da. Was fehlt, ist der Wille, diese klar zu benennen und verbindlich einzufordern.

Diese Argumentation offenbart ein grundlegendes Problem: Statt Verantwortung zu übernehmen, werden Ausflüchte gesucht. 

Ohne Leistungsprinzip kein Erfolg

Der entscheidende Fehler liegt jedoch tiefer: Es fehlte von Beginn an ein klares Leistungsprinzip. Wer Leistungen vom Staat erhält, muss im Gegenzug auch bereit sein, seinen Beitrag zu leisten. Diese Selbstverständlichkeit wurde in diesem Projekt nicht konsequent eingefordert. Das Ergebnis sehen wir jetzt.

Fazit: Fehlanreize abbauen, Verantwortung einfordern

Das BBBz zieht ein klares Fazit: Dieses Projekt ist nicht nur organisatorisch gescheitert, sondern Ausdruck einer grundsätzlich falschen Herangehensweise. Wer Integration ernst meint, muss Fehlanreize konsequent abbauen und Leistungsempfänger deutlich stärker in die Pflicht nehmen.

Ohne klare Erwartungen, ohne Verbindlichkeit und ohne das Prinzip von Leistung und Gegenleistung wird es auch künftig keine funktionierenden Modelle geben.

Neues Gesicht im Stadtrat – und doch kein Unbekannter

Dr. Dirk Lübke ist für Carsten Hauptmann, der sein Mandat aus beruflichen Gründen niedergelegt hat, in den Stadtrat nachgerückt. Wir danken Carsten Hauptmann herzlich für sein Engagement und seinen Einsatz für Bautzen.

Mit Dr. Lübke gewinnt das Bürger Bündnis Bautzen ein erfahrenes Ratsmitglied zurück. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode war er Teil der BBBz-Fraktion und hat sich mit klaren Positionen und großem Einsatz für die Stadt eingebracht. Zuvor hatte er die CDU-Fraktion verlassen, da sich diese aus seiner Sicht in eine politische Richtung entwickelte, die er nicht mehr mittragen konnte.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen Dr. Lübke für seine neue Aufgabe viel Erfolg und eine glückliche Hand bei wichtigen Entscheidungen für unsere Stadt.

Stadtrat sichert Zukunft des Zuseums: BBBz-Initiative bringt wichtige Unterstützung auf den Weg

Der Stadtrat von Bautzen hat im Februar auf Initiative des Bürger Bündnis Bautzen (BBBz) beschlossen, das Zuseum weiterhin finanziell zu unterstützen. Mit rund 10.000 Euro wird insbesondere die Finanzierung einer geringfügigen Beschäftigung abgesichert, die für die organisatorische Arbeit des Vereins eine wichtige Rolle spielt.

Gerade zum jetzigen Zeitpunkt hat diese Unterstützung besondere Bedeutung. Das Zuseum befindet sich aktuell in einer Übergangsphase: Vereinsgründer Andreas Samuel übergibt die Verantwortung schrittweise an die nächste Generation, die die erfolgreiche Arbeit des Vereins weiterführen soll. Die finanzielle Unterstützung hilft dabei, in dieser Phase Stabilität zu sichern und die vielfältigen Angebote für Kinder und Jugendliche fortzuführen.

Technikbegeisterung für junge Menschen fördern

Das Zuseum ist seit vielen Jahren eine wichtige Adresse für technische Bildung in Bautzen. Hier können Kinder und Jugendliche praktische Erfahrungen in Bereichen wie Informatik, Elektronik, Robotik oder Modelltechnik sammeln und eigene Projekte umsetzen. Viele junge Menschen entdecken dort erstmals ihre Begeisterung für Technik und naturwissenschaftliche Themen.

Mit der Unterstützung des Stadtrates wird diese wichtige Arbeit weiterhin ermöglicht und abgesichert.

Langjähriges Engagement für das Zuseum

Die Unterstützung des Zuseums hat in Bautzen eine lange Tradition. So engagiert sich auch BBBz-Fraktionsvize Jörg Drews bereits seit Jahren über seine Firma Hentschke Bau als Sponsor für den Verein und dessen Bildungsarbeit.

Für das Bürger Bündnis Bautzen ist die Förderung des Zuseums ein gutes Beispiel dafür, wie gezielte Unterstützung einen echten Mehrwert für die Stadt schaffen kann. Investitionen in Bildung, Nachwuchsförderung und ehrenamtliches Engagement kommen langfristig der gesamten Stadtgesellschaft zugute.

Mehr Schein als Sein: BBBz kritisiert CDU-Anträge zu bereits laufenden Projekten

Die CDU-Fraktion hat in der letzten Stadtratssitzung erneut versucht, Anträge zu Projekten einzubringen, die von der Stadtverwaltung bereits seit Monaten vorbereitet und erarbeitet werden und sich teilweise kurz vor der Beschlussreife befinden. Aus Sicht des Bürger Bündnis Bautzen ist dieses Vorgehen zunehmend problematisch, weil dadurch der Eindruck entsteht, es handle sich um neue politische Initiativen, obwohl die inhaltliche Arbeit längst innerhalb der Verwaltung geleistet wurde.

So brachte die CDU zuletzt einen Antrag zur Erarbeitung eines Konzepts zur Weiterentwicklung der Stadtbibliothek ein. Grundsätzlich ist die Weiterentwicklung der Bibliothek selbstverständlich ein wichtiges Anliegen. Allerdings hatte die Leiterin der Stadtbibliothek bereits in der Januarsitzung des Stadtrates ausführlich über genau dieses Thema berichtet und dabei deutlich gemacht, dass seit längerer Zeit an einem entsprechenden Konzept gearbeitet wird.

Ähnlich verhält es sich beim Antrag der CDU zur Einführung eines interaktiven webbasierten Haushaltsportals. Auch dieses Vorhaben wird bereits seit Monaten im zuständigen Amt vorbereitet. Es fanden bereits Gespräche mit anderen Kommunen statt, die entsprechende Lösungen nutzen, und die notwendige Software wurde ebenfalls schon angeschafft. Verzögerungen gibt es derzeit lediglich aufgrund technischer Herausforderungen bei der Integration der neuen Software in bestehende Systeme. Aus diesem Grund konnte bislang noch keine Beschlussvorlage eingebracht werden.

Bekanntes Muster aus der Vergangenheit

Dieses Vorgehen ist allerdings nicht neu. Bereits in der Vergangenheit wurden Projekte wie die Hundewiese im Gesundbrunnen, die Anschaffung einer neuen Krippe für den Weihnachtsmarkt oder die Sanierung der Ufermauer an der Neuschen Promenade von der CDU öffentlich als eigene Ideen dargestellt. Tatsächlich wurden all diese Vorhaben jedoch bereits deutlich vor Eingang entsprechender CDU-Anträge innerhalb der Verwaltung geplant und vorbereitet. Auch ohne diese Anträge wären die Projekte zeitnah umgesetzt worden.

Zusätzliche Belastung für Verwaltung und Stadtrat

Aus Sicht des Bürger Bündnis Bautzen stellt sich daher die Frage, welches Ziel mit dieser Strategie verfolgt wird. Offensichtlich soll über entsprechende Medienberichte der Eindruck entstehen, die Verwaltung arbeite nicht ausreichend aktiv, während die CDU neue Ideen einbringe und deren Umsetzung anstoße. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Tatsächlich führt die große Zahl an Anträgen zu zusätzlicher Arbeit innerhalb der Verwaltung und im Stadtrat. Jeder Antrag muss geprüft, fachlich aufbereitet und für die Beratung im Stadtrat vorbereitet werden. Darüber hinaus ist die Verwaltung verpflichtet, zu jedem Antrag eine Stellungnahme zu erarbeiten. Diese zusätzlichen Aufgaben binden personelle Ressourcen, die an anderer Stelle dringend benötigt werden.

Raum für echte Ideen statt politischer Inszenierung

Nicht nur die Stadträte des Bürger Bündnis Bautzen haben dieses Vorgehen erkannt. Die entsprechenden Anträge wurden im Stadtrat daher mehrheitlich abgelehnt. Damit wird der Verwaltung die notwendige Zeit eingeräumt, die bereits laufenden Projekte weiter voranzubringen und zur Umsetzungsreife zu führen.

Das Bürger Bündnis Bautzen hofft zugleich auf ein Umdenken innerhalb der CDU-Fraktion. Ein politischer Stil, der vor allem auf die mediale Inszenierung bereits laufender Projekte abzielt, hilft der Stadt nicht weiter. Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, gemeinsam tragfähige Lösungen für Bautzen zu entwickeln.

Selbstverständlich ist das Bürger Bündnis Bautzen jederzeit bereit, sich mit neuen Ideen – auch aus den Reihen der CDU – konstruktiv auseinanderzusetzen. Wenn Vorschläge die Stadt wirklich voranbringen und einen konkreten Mehrwert für Bautzen schaffen, werden sie selbstverständlich unterstützt. Dabei muss jedoch stets auch die aktuelle Haushaltslage berücksichtigt werden. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt sind derzeit keine kostspieligen Wunschprojekte möglich, sondern vor allem realistische und verantwortungsvolle Entscheidungen gefragt.

Steffen Tech: Rede zum Haushalt 2026

Ende Januar wird traditionell im Stadtrat intensiv über den Haushalt gesprochen. Steffen Tech, Vereins- und Fraktionsvorsitzender des BBBz, positionierte sich in seiner Haushaltsrede klar zu den wichtigsten Kernpunkten.


“13,7 Millionen Minus – das ist nach -5,7 Millionen in 2023, -9,5 Millionen in 2024 und -10 Millionen in 2025 ein neues Rekorddefizit. Seit Jahren reden wir über Einsparungen, Konsolidierung, wir haben in der Vergangenheit Gewerbe- und Grundsteuern sowie Gebühren erhöht. Trotzdem bekommen wir es nicht hin, einen wenigstens annähernd ausgeglichenen und ehrlichen Haushalt aufzustellen. Zum Teil ist dieses Defizit der seit Jahren unzureichenden Finanzausstattung der Kommunen durch den Freistaat geschuldet. Trotzdem leben wir seit Jahren über unsere Verhältnisse!

Meine Fraktion hat bereits Anfang 2025 Sparvorschläge unterbreitet, die heute zur Abstimmung standen und mehrheitlich durch den Stadtrat mitgetragen wurden. Dabei haben wir uns bewusst auf die Leistungen konzentriert, die nicht in unserer Zuständigkeit liegen (Jugendsozialarbeit). Wir haben versucht, deutlich zu machen, dass wir auch für die Freiwilligkeitsleistungen nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben, die wir gerecht verteilen müssen. Leider haben nicht alle Stadträte diesen Ansatz verstanden.

Während wir den einen Trägern bereitwillig jedes Jahr die Betriebskosten erstatten und Zuschüsse erhöhen, bleiben andere Unterstützungsleistungen, beispielsweise für Stadtfeste, Sportförderung oder andere gemeinnützige Vereine, über mehrere Jahre bestenfalls konstant und werden nur auf ausdrücklichen Wunsch des Stadtrates angepasst. Manchmal erfolgt auch das zu spät, dann liegt das Kind bereits im Brunnen, wie wir vor wenigen Monaten am Beispiel der Romantika sehen konnten.

Ehrenamtliche Arbeit wird insgesamt immer schwieriger und komplizierter, viele für Bautzen wichtige Vereine klagen über zurückgehende Sponsorengelder, steigende Betriebskosten und zunehmende Bürokratie. Wer die Vereinslandschaft in Bautzen im Blick hat, dem sollte bekannt sein, dass mehrere Vereine über ihre Auflösung nachdenken. Und ich spreche von wichtigen Vereinen, die Monat für Monat mit ihren Angeboten viele hundert Bautzner erreichen. Wir werden uns im laufenden Jahr auch damit auseinandersetzen müssen, wie wir diese Vereine unterstützen und so erhalten können, weil ihre Arbeit wichtig für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft ist. Statt zwei Tage Publicity mit einem eher unbekannten Radsportereignis zu erkaufen, könnte man mit 400.000 Euro über viele Jahre unsere Stadtfeste sowie Vereine unterstützen.

Allen Verantwortungsträgern in der Verwaltung und im Stadtrat muss klar sein: Es kann kein „Weiter so“ geben. Wir „verfrühstücken“ gerade unseren Notgroschen. Das, was wir mühsam erreicht haben, nämlich einen schuldenfreien Haushalt und eine Rücklage für unvorhersehbare Ereignisse und Notlagen, riskieren wir gerade. Aus unserer Sicht setzt der Haushalt falsche Prioritäten.

Wir diskutieren seit Jahren darüber, wie wir den Bevölkerungsrückgang stoppen können, haben bisher keine Lösung gefunden (Einwohnerzahl 1989/90 ca. 52.000; Einwohnerzahl aktuell unter 38.000 trotz zahlreicher Eingemeindungen). Aktuell reden wir über den Personalbedarf in KiTas aufgrund der stetig sinkenden Geburtenraten. In drei bis vier Jahren werden wir über unsere Schulen reden müssen, weil die Kinder, die heute in den Kitas fehlen, morgen nicht in die Schule gehen werden. Nicht der vierte, fünfte oder zehnte Sozialarbeiter oder eine Fahrbücherei halten die Menschen in der Stadt, wirtschaftliche Entwicklung – Arbeitsplätze – sind das wichtigste Argument für den Verbleib oder den Zuzug in unsere Stadt. Nur wer vor Ort einen Job hat, bleibt hier und denkt an die Gründung einer Familie. Wenn wir das nicht begreifen, werden wir in der Zukunft noch ganz andere schmerzhafte Debatten führen müssen.

Deshalb ist Wirtschaftsförderung für uns das Wichtigste in der aktuellen Situation, das kommt uns im vorgelegten Haushalt zu kurz. Sachsen hat im letzten Jahr 15.000 Arbeitsplätze verloren. Wenn man bedenkt, dass in den großen Ballungsräumen Jobs entstehen, kann man sich ausrechnen, dass es uns in der Fläche umso härter trifft. Trauriges Beispiel ist aktuell ein großer Traditionsbetrieb unserer Stadt.

Wenn man die 13,7 Mio. Euro Minus im Haushalt damit begründen könnte, dass wir in Größenordnungen Flächen aufkaufen und entwickeln, würden wir dem Haushalt mit Freuden zustimmen. Leider ist dem nicht so.

Die Hoffnung, dass Menschen, die im Norden von Dresden zukünftig arbeiten werden, in Bautzen wohnen wollen, wird sich nicht erfüllen. Als Pendler weiß ich, wovon ich rede. Das tun sich die Wenigsten auf Dauer an. Vielmehr muss es unser Ziel sein, schnell geeignete Gewerbeflächen auszuweisen, um Zulieferer für die Dresdner Chipindustrie nach Bautzen zu bekommen. Nur wenn wir genügend Flächen anbieten können, profitieren wir von den Ansiedlungen in der Landeshauptstadt und haben eine Steuerungsmöglichkeit, um Konflikte mit Anwohnern – wie zuletzt in Stiebitz – zu vermeiden.

Aber auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Bautzen und muss durch gezielte Investitionen gefördert werden. Ein sanierter Burgwasserturm mit Turmcafé wäre ein neues Highlight für unsere Stadt, im anschließenden Langhaus können wechselnde Ausstellungen mit Exponaten aus unserem umfangreichen Museumsarchiv Touristen nach Bautzen locken. Die Parkplatz­erweiterung an der Schliebenstraße in Verbindung mit einer schnellen und bequemen Zuwegung zur Ortenburg würde unsere Altstadt enorm aufwerten. Dadurch würden Handel und Gastronomie, aber auch die Bauwirtschaft profitieren. All diese Maßnahmen würden Arbeitsplätze in Bautzen sichern und neue schaffen. Nur so stoppen wir den Bevölkerungsrückgang.

Ja, man findet einen Teil der genannten Maßnahmen in Ansätzen im aktuellen Haushalt bzw. der Mittelfristplanung, leider werden diese Punkte nicht mit der aus unserer Sicht notwendigen Priorität behandelt bzw. falsch angepackt. Das Gewerbegebiet Süd zum Beispiel wurde von uns unter Ahrens ins Spiel gebracht, sogar schon grob überplant und visualisiert. Die Verwaltung hat es aufgegriffen und arbeitet daran, dafür danken wir. Es kann aber nur funktionieren, wenn zwei Rahmenbedingungen erfüllt sind – die Südumfahrung und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden – Bautzen – Görlitz. Und hier muss die Rathausspitze ansetzen und den Entscheidungsträgern in Dresden und Berlin, um es deutsch zu sagen, „aufs Schwein“ gehen. Es kann nicht sein, dass man in den Nachrichten lesen muss, dass durch das Land Sachsen vergessen wurde, die Elektrifizierung der Bahnstrecke im Bundesverkehrswegeplan anzumelden. Hier müssen wir zusammen mit allen Gemeinden in Ostsachsen dem Ministerpräsidenten auf den Füßen stehen und immer wieder nerven. Bautzen muss dabei eine führende Rolle übernehmen. Hier sehen wir noch Luft nach oben.

Wirtschaftsförderung heißt aber auch, bürokratische Hürden abzubauen. Als Beispiel sei hier die Sondernutzungssatzung genannt. Ja, sie hat eine Steuerungsfunktion, wir nehmen als Stadt dadurch Geld ein. Wir haben aber auch hohe Verwaltungskosten, die Satzung hemmt vor allem Gastronomie und Handel. Sie sorgt immer wieder für Streit und Widersprüche. 60 Cent hierfür und 1,20 Euro dafür, obendrauf Gebühren für den Bescheid. Solche Regeln gehören auf den Prüfstand, eine Überarbeitung ist aus unserer Sicht geboten.

Den Stellenplan will ich nur am Rande erwähnen, unsere Kritik haben wir mehrfach vorgetragen und halten sie aufrecht. Sinkende Bevölkerungszahlen müssen mittelfristig und sozialverträglich zur Anpassung in der Kernverwaltung führen. Die entsprechende Verwaltungsvorschrift ist eine legitime Richtschnur. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass der Stellenplan seit 2024 rechtswidrig ist, weil er einen gültigen Stadtratsbeschluss missachtet. Wir erinnern in diesem Zusammenhang den Oberbürgermeister auch an den Stadtratsbeschluss vom 26. September 2018 (!) zur Untersuchung der Organisationsstruktur, dieser ist nach wie vor offen. Wir bitten diesbezüglich um Informationen zum Stand der Umsetzung im ersten Halbjahr 2026.

Aufgrund der aufgeführten Punkte, insbesondere der falsch gesetzten Prioritäten, kann die Fraktion Bürger Bündnis Bautzen dem Haushaltsplan 2026 nicht zustimmen. Wir betonen ausdrücklich, dass die Nichtzustimmung kein Affront gegen die Kämmerei oder die an der Erstellung beteiligten Mitarbeiter ist. Wir kritisieren vielmehr die Richtung, in die wir uns momentan als Stadt entwickeln.”

Sportförderung in Bautzen wird erhöht – Bürger Bündnis setzte sich erfolgreich für dauerhafte Lösung ein

In seiner Sitzung am 30. April 2025 hat der Stadtrat Bautzen eine Erhöhung der kommunalen Sportförderung beschlossen. Damit wird eine langjährige Forderung vieler Sportvereine in der Stadt endlich umgesetzt – das Bürger Bündnis Bautzen (BBBz) konnte einen zentralen Erfolg verzeichnen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das BBBz einen Antrag auf Erhöhung der Mittel eingebracht. Dieser wurde damals von mehreren Fraktionen abgelehnt. Die Gründe, warum damals so abgestimmt wurde, sind auch zum heutigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Seither wurden intensive Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportvereine geführt, die ihren gestiegenen Unterstützungsbedarf klar und nachvollziehbar darlegten. Das Stimmungsbild ist klar: Ihnen steht das Wasser bis zum Hals. Die Notwendigkeit zusätzlicher Mittel – insbesondere für den Kinder- und Jugendsport – wurde dadurch deutlich unterstrichen.

Auch das BBBz hatte für den aktuellen Haushalt einen eigenen Antrag in Vorbereitung, wollte jedoch zunächst die Entwicklung möglicher Änderungsanträge zur Haushaltssatzung abwarten. Überraschend brachte dann die CDU selbst einen Antrag zur Erhöhung der Sportförderung ein – trotz der Ablehnung im vergangenen Jahr. Dieser war jedoch aus Sicht des BBBz nicht konkret genug formuliert, da er eine Befristung der Erhöhung auf zwei Jahre vorsah. Anschließend wäre eine Nachverhandlung erforderlich gewesen.

„Uns war eine dauerhafte Erhöhung wichtig, keine Zwischenlösung auf Zeit“, betont Steffen Tech, Vorsitzender des Bürger Bündnisses. Um dies abzusichern, brachte das BBBz daher einen Änderungsantrag ein, der Klarheit und Verbindlichkeit in der Förderung schafft. Diesem Antrag folgten mehrheitlich auch die anderen Stadträte, sodass die Dauerlösung beschlossen werden konnte.

Verhältnismäßigkeit gegenüber anderen Förderbereichen jetzt herstellen

Mit der Erhöhung der Sportförderung wurde ein erster, längst überfälliger Schritt getan. Doch dieser Schritt allein genügt nicht. Es gilt nun, die Verhältnismäßigkeit der kommunalen Fördermittel insgesamt kritisch zu hinterfragen. Wenn für anderweitige Vorhaben oder Einrichtungen regelmäßig großzügige Summen bereitgestellt werden, darf es nicht sein, dass der Breitensport – insbesondere die ehrenamtlich getragene Jugendarbeit – auf den letzten Euro angewiesen ist. Eine gerechtere Mittelverteilung im städtischen Haushalt ist zwingend erforderlich, um dem Stellenwert des Sports in der Gesellschaft auch politisch Ausdruck zu verleihen.

Transparente Verteilung gemeinsam mit den Vereinen

In einem zweiten Schritt wird ab dem 15. Mai darüber beraten, nach welchen Kriterien die zusätzlichen Mittel zukünftig an die Sportvereine verteilt werden. Wichtig ist dem BBBz hierbei: Die Entscheidung soll gemeinsam mit den Vereinen entwickelt werden, um eine faire und bedarfsgerechte Lösung zu finden.

Dank an die Ehrenamtlichen im Sport

Das Bürger Bündnis Bautzen nutzt diese Gelegenheit, um allen ehrenamtlich Engagierten in den Sportvereinen der Stadt ausdrücklich zu danken – besonders jenen, die sich für den Kinder- und Jugendsport mit großem Einsatz stark machen. Ihre Arbeit bildet das Rückgrat des organisierten Sports in Bautzen und verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen.