Die Stadt legt eine neue Kitakonzeption vor, die zeigt, dass der vom Oberbürgermeister immer wieder beschworene massive Personalüberhang in den Kindertagesstätten so nicht vorhanden ist. Nach über einem Jahr Diskussionen, Spekulationen, Ängsten und öffentlicher Auseinandersetzungen wird deutlich: Im Wesentlichen bleibt alles beim Alten.
Monatelang wurden Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie die gesamte Stadtgesellschaft mit Debatten über angeblich notwendige tiefgreifende Einschnitte beschäftigt. Es wurden Personalüberhänge herbeidiskutiert, Szenarien durchgerechnet und die Zukunft der städtischen Kitas öffentlich infrage gestellt. Die Folge war eine massive Verunsicherung der Beschäftigten und vieler Familien.
Nun liegt das Ergebnis vor: Die Kitas bleiben bestehen. Die Betreuung bleibt bestehen. Die personelle Ausstattung orientiert sich weiterhin an den bisherigen Grundsätzen, der vom Oberbürgermeister beschworene massive Personalüberhang ist nicht vorhanden. Mit anderen Worten: Nach über einem Jahr Streit wird genau das beschlossen, was vernünftige Stimmen von Anfang an gefordert haben.
Besonders kritisch bewertet die BBBz-Fraktion den immensen Vertrauensverlust, der in den vergangenen Monaten entstanden ist. Zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher mussten um ihre berufliche Zukunft bangen. Eltern wurden mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert. Gleichzeitig hat sich Bautzen weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Ruf als Kommune erarbeitet, die ihre eigenen Kindertagesstätten öffentlich infrage stellt.
Der eigentliche Schaden lässt sich dabei nicht in Euro beziffern. Es ist der Schaden für das Vertrauen der Beschäftigten, für das Ansehen der Stadtverwaltung und für das gesellschaftliche Klima in Bautzen.
Die BBBz-Fraktion erwartet nun, dass die Stadtspitze die Debatte endlich beendet und sich wieder auf die tatsächlichen Herausforderungen konzentriert: gute Betreuung, stabile Rahmenbedingungen für Familien und Wertschätzung für die Menschen, die jeden Tag in unseren Kindertagesstätten arbeiten.
Bautzen hätte sich ein Jahr Unsicherheit, Streit und öffentliche Selbstbeschäftigung sparen können.
Am Ende bleibt vor allem eine Erkenntnis:
Viel Lärm. Viel Schaden. Kein echter Erkenntnisgewinn.
